Stress in der Familie und wie du ihn löst

Wenn Stress zur Normalität wird
In der heutigen Zeit ist Stress allgegenwärtig.
Es ist Sonntag. Die Sonne scheint und ich bin auf dem Weg in mein Lieblingscafé, um ein wenig zu schreiben.
Auf dem Weg dorthin beobachte ich eine Familie beim Spaziergang.
Die Mutter sitzt auf einer Bank und stillt ihr Neugeborenes.
Dabei meckert sie ihr anderes Kind an, das fröhlich herumhüpft.
Der Vater steht genervt daneben.
Und ein älteres Kind steht etwas abseits und beobachtet still die anderen.
Solche Szenen spielen sich tagtäglich in deutschen Familien ab.
Alle sind gestresst.
Alle sind überfordert.
Und oft entstehen dabei Situationen, die für Kinder sehr prägend sein können.
Dabei könnte vieles einfacher sein.
Doch in der Schule lernen wir nicht, wie wir mit Stress umgehen.
Wir lernen nicht, wie wir unsere Gedanken ausrichten.
Und wir lernen auch nicht, was es eigentlich braucht, um glücklich zu sein.
Auch all das, was es braucht, um eine kleine Familie zu führen, wird uns nicht beigebracht.
Behördengänge erledigen.
Ein Haushaltsbudget verwalten.
Kochen.
Wäsche machen.
Diese ganz praktischen Dinge müssen wir uns meist später selbst beibringen.
Methoden wie Meditation, Yoga, Affirmationen oder bewusste Gedankenhygiene werden oft belächelt und schnell in die "Esoterik-Ecke" gestellt.
Die Folge ist häufig Überforderung.
Und Stress.
Dabei arbeiten Menschen in vielen Führungsetagen längst mit solchen Methoden, um leistungsfähig und gesund zu bleiben.
Stress ist nachweislich einer der größten Faktoren für viele Krankheiten.
Und er kann das Leben unerträglich machen.
Doch was passiert eigentlich in deinem Körper, wenn du gestresst bist?
Durch die Ausschüttung von Stresshormonen schaltet dein Körper auf Alarm.
Das bedeutet:
Dein System läuft im Notbetrieb.
Die Folgen können deutlich spürbar sein:
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Du kannst nicht mehr klar denken.
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Fest eingeprägte Verhaltensmuster aus deiner Kindheit treten ungefiltert hervor.
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Heilungsprozesse im Körper werden heruntergefahren.
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Dein Schmerzempfinden nimmt ab.
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Freude und Glück verschwinden aus deinem Erleben.
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Deine Wahrnehmung richtet sich vor allem auf mögliche Bedrohungen.
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Konstruktive Lösungen für Probleme werden schwerer.
Kurz gesagt:
Du wirst krank.
Du reagierst wie programmiert.
Du siehst überall nur Bedrohungen.
Du wirst gereizt und mürrisch.
Und deine Empathie für andere lässt nach.
Wie ein Hammer, der überall nur Nägel sieht.
Wenn du mit all dem, was du bisher in diesem Blog gelesen hast, einverstanden bist und dein Kind wirklich auf Augenhöhe begleiten möchtest, dann gibt es eine wichtige Erkenntnis:
Unter starkem Stress wirst du das kaum schaffen.
Wenn dein System nur noch zwischen Kampf oder Flucht unterscheidet, wird Erziehung auf Augenhöhe zu einem Luxus, den du dir in diesem Moment nicht leisten kannst.
Also braucht es einen anderen Weg.
Raus aus dem Stress.
Zurück in die Verbindung.
Du brauchst kreative Lösungen.
Nimm dir dafür bewusst etwas Zeit.
Der erste Schritt ist herauszufinden, was dich eigentlich stresst.
Nimm ein großes Blatt Papier und schreibe alles auf, was dich belastet.
Hänge diese Liste irgendwo in deiner Wohnung auf.
Gehe ein paar Tage einfach daran vorbei.
Wenn du dir dann wieder Zeit nimmst, stelle dir vor, du hättest Wünsche bei einer guten Fee frei.
Was würdest du für jedes dieser Probleme brauchen, damit es sich lösen lässt?
Dann frage auch deine Familienmitglieder, ob sie Ideen für Lösungen haben.
Manchmal kommt Hilfe aus unerwarteten Richtungen.
Ein paar Tage später kannst du deine Liste erneut anschauen.
Bewerte jedes Problem auf einer Skala von 1 bis 10. Wie schlimm ist es wirklich?
Und dann stelle dir noch eine zweite Frage:
Wie sehr schränkt dieses Problem deine Fähigkeit ein, liebevoll und glücklich zu sein?
Auch hier kannst du wieder eine Skala von 1 bis 10 verwenden.
Oft braucht es etwas Abstand, um Dinge in einem neuen Licht zu sehen.
Bei dieser Methode wirst du wahrscheinlich feststellen:
Einige Probleme erscheinen plötzlich kleiner. Für andere entstehen überraschende Lösungen.
Mit manchen kannst du vielleicht sogar leben. Und einige werden bleiben.
Wenn du sie nicht lösen kannst, dann bleibt nur eine Möglichkeit:
Du musst etwas verändern. An dir.
Oder an den Umständen deines Lebens.
Und das bedeutet:
Lernen.