Schlüsselmomente

Wenn wir an unsere Kindheit zurückdenken, erinnern wir uns selten an ganze Jahre.

Wir erinnern uns an einzelne Momente.

Momente, in denen etwas in uns passiert ist.

Ein Satz.
Ein Blick.
Eine Situation.

Solche Momente können uns ein Leben lang begleiten.

Ich habe viel Zeit damit verbracht, zu verstehen, was diese Momente ausmacht.

Denn sie entscheiden oft darüber, ob ein Mensch Vertrauen in sich selbst und in die Welt entwickelt – oder ob er unsicher und ängstlich durchs Leben geht.

Ich stelle mir diese Momente wie Schlüssel vor.

Schlüssel, die Türen in eine bestimmte Zukunft öffnen.

Welche Tür sich öffnet, entscheidet manchmal ein einziger Moment.
Ein Moment, an den sich ein Kind noch viele Jahre später erinnert.

Das Schwierige ist:

Wir wissen im Alltag nie genau, welcher Moment einmal zu einem solchen Schlüsselmoment wird.

Deshalb bleibt uns nur eine Möglichkeit:

So viele stärkende, liebevolle und vertrauensvolle Momente wie möglich entstehen zu lassen.

Kinder brauchen keine perfekten Eltern.

Sie brauchen Eltern, die sich selbst verstehen.
Eltern, die ihren eigenen Rucksack anschauen und bereit sind, neue Erfahrungen möglich zu machen.

Denn oft reagieren wir als Eltern nicht nur auf unser Kind.

Wir reagieren auch auf unsere eigene Geschichte.

Auf Sätze, die wir selbst gehört haben.
Auf Momente, die uns geprägt haben.

Manchmal geben wir genau diese Erfahrungen weiter, ohne es zu merken.

Doch wenn wir beginnen, diese Zusammenhänge zu verstehen, entsteht etwas Neues.

Bewusstsein.

Und mit Bewusstsein entsteht Freiheit.

Vielleicht magst du einmal kurz innehalten.

Denke an deine eigene Kindheit.

Welche Aussagen deiner Eltern fallen dir ein?

Zum Thema Lernen.
Zum Thema Erwachsensein.
Zum Thema Erfolg.

An welchen Moment erinnerst du dich besonders?

Was ist damals passiert?
Was wurde gesagt?
Und wie hast du dich dabei gefühlt?

Das war einer deiner Schlüsselmomente.

Vielleicht ein guter.
Vielleicht ein schmerzhafter.

Das weiß nur du.

Negative Momente entstehen oft durch Herabsetzung oder Abwertung.

Positive Momente entstehen durch Unterstützung, Vertrauen und liebevolle Zuwendung.

Und genau hier liegt eine große Chance.

Denn als Eltern können wir solche stärkenden Schlüsselmomente bewusst ermöglichen.

Ein Satz aus der Serie "Reacher" bringt es erstaunlich gut auf den Punkt:

"Wenn man Kinder nicht wie Idioten behandelt, ist es eigentlich ganz einfach."

Was mich antreibt, ist der Wunsch, Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.

Einen Rahmen, in dem sie gewaltfrei und psychisch gesund aufwachsen können.

Ich wünsche mir, dass Kinder Türen öffnen können.

Türen zu einem Leben, in dem sie wissen, wer sie sind und was sie können.